Kreativ statt Muskelprotz – Kunstprojekt sammelt Spenden für die DGM
"Selbst wenn nicht alle Bewegungen hinhauen, können wir trotzdem kreativ sein." Mit dieser Botschaft rief Anja Lehmann im vergangenen Sommer ein Projekt ins Leben, um die Schaffenskraft von Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen sichtbar zu machen. “Kreativ statt Muskelprotz” soll zum einen Künstlerinnen und Künstler vernetzen und zum anderen Spenden für die Forschungsförderung der DGM sammeln.
Hilfsmittel helfen beim kreativen Prozess
Anja Lehmann versteht das Projekt auch als eine Art Trotzreaktion auf gesellschaftliche Vorurteile gegenüber Menschen, die keinen Beruf mehr ausüben können. Rund zehn Jahre ist es her, dass die ehemalige Assistentin für klinische Studien im onkologischen Bereich aufgrund ihrer Diagnose die volle Erwerbsminderungsrente antreten musste. Nach einer langen und aufwühlenden Verarbeitungsphase, nahm sie ihre Leidenschaft für die Kunst ernster denn je. Ende 2025 schloss sie eine zweijährige Weiterbildung ab und wagte anschließend den Schritt in die Selbstständigkeit als Muster-Designerin.
"Das kreative Schaffen ist ein meditativer Prozess, in dem ich alles um mich herum vergesse", sagt Lehmann. Oft spüre sie erst im Nachhinein die körperliche Belastung. Um die Ermüdung der Hände auszugleichen, nutzt sie Hilfsmittel wie Stiftverdickungen, was sie jedoch nicht davon abhält, ihre Ideen auf Papier oder digital am Rechner umzusetzen.
Wir sind hier - und wir gestalten unsere Welt
Mittlerweile hat sie 15 Mitstreiterinnen und Mitstreiter für “Kreativ statt Muskelprotz” gewonnen, darunter unter anderem Holzkünstler, Mundmaler, Autorinnen oder Poetinnen. Durch Aktionen wie einen digitalen Adventskalender in den sozialen Medien konnte das Projekt bereits zeigen, welche Kraft trotz Erkrankung in der Kunst steckt. Lehmann liegt es am Herzen, dass Betroffene nicht nur in ihrer “stillen Kammer” wirken, sondern sich selbstbewusst zeigen.
Die Initiatorin wünscht sich, dass ihr Projekt keine Eintagsfliege bleibt, sondern fest in der Gemeinschaft verankert wird. Wer Teil von “Kreativ statt Muskelprotz” werden möchte, muss eine Muskelerkrankung haben und sollte eine Webseite oder einen Social-Media-Kanal besitzen, um die eigenen Werke zu präsentieren. Ob Profi oder Hobbykünstler ist dabei zweitrangig – entscheidend ist der Wunsch, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die zeigt: Wir sind hier – und wir gestalten unsere Welt.
Mitmachen
"Unsere Muskeln mögen schwach sein, doch unsere Kunst ist stark", lautet das Motto des Projekts “Kreativ statt Muskelprotz”. Erfahren Sie mehr auf der Website des Projekts oder bei Instagram @kreativ_stattmuskelprotz.
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